Vana: Europaparlament fordert Rechtsanspruch auf zwei Wochen Väterkarenz

Kommission ist in der Pflicht, ambitionierte Novelle der Elternkarenz-Richtlinie vorzulegen

Die heutige Abstimmung zur Elternkarenz im Europäischen Parlament ist ein deutliches Zeichen für ein sozialeres Europa und eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für Frauen und Männer. “Die geltende Elternkarenz-Richtlinie muss auf europäischer Ebene rasch novelliert werden. Nachdem die Kommission wichtige Initiativen wie die Mutterschutzrichtlinie zurückgezogen hat, ist sie jetzt dringend gefordert, im Bereich der Elternkarenz greifbare Schritte zu setzen für eine bessere Vereinbarkeit, die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt und die Förderung der Väterkarenz”, betont die Grüne Europaabgeordnete Monika Vana.

Bedeutende Empfehlungen, die seitens der Grünen im Bericht durchgesetzt wurden:
– Anhebung der Mindestdauer der Elternzeit von 4 auf 6 Monate
– Sicherstellung eines adäquaten Einkommens – in einer Reihe von EU-Staaten ist eine Vergütung während der Elternzeit nicht gesetzlich vorgegeben
– Nicht-Übertragbarkeit der Elternzeit zur Förderung der Väterkarenz
– Verbesserter Kündigungsschutz
– Kinderbetreuung ab dem ersten Tag der Rückkehr an den Arbeitsplatz
– Einbeziehung gleichgeschlechtlicher Elternpaare

“Eine für Österreich bedeutende Neuerung wäre der Rechtsanspruch auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub für Männer”, unterstreicht Vana. Damit würde der EU-Standard über dem österreichischen liegen.

Der Bericht des Europaparlaments zeigt, dass 97% der Mütter in der EU die Elternkarenz in Anspruch nehmen, die beiden Elternteilen zur Verfügung steht – aber nur 10% der Väter nehmen mindestens einen Tag Elternkarenz. Gleichzeitig sehen die Europa 2020 Ziele eine Beschäftigungsquote für Frauen von 75% vor – derzeit liegt sie bei 63%.