Vana zu Europäischem Rechnungshof: Frauenanteil schockierend niedrig – EU-Parlament wird ignoriert

Durch Neubesetzungen bis Jahresende nur noch drei von 28 Mitgliedern Frauen

Brüssel – „Derzeit sind nur fünf von 28 Mitgliedern des Europäischen Rechnungshofs Frauen. Seit Jahrzehnten nominieren die EU-Mitgliedstaaten fast ausschließlich Männer für dieses Amt. Das muss sich endlich ändern, sonst werden bis Ende 2016 sogar nur noch drei Mitglieder Frauen sein. Wir ParlamentarierInnen haben uns schon vor über zwei Jahren klar dafür ausgesprochen, dass der Frauenanteil im Rechnungshof erhöht werden muss. Aber einmal mehr ignorieren die Mitgliedstaaten das EU-Parlament völlig, obwohl es das einzig direkt demokratisch gewählte Organ der Union ist. Wenn die EU nicht in der Lage ist, Spitzenpositionen ausgewogen zwischen Frauen und Männern zu vergeben, sehe ich für die Privatwirtschaft erst recht wenig Chancen. Es ist unsere Aufgabe, mit gutem Beispiel voranzugehen“, betont Monika Vana, Grüne Europaabgeordnete und Mitglied im Frauenausschuss.

Jeder der 28 EU-Mitgliedstaaten entsendet ein Mitglied für die Dauer von sechs Jahren an den Europäischen Rechnungshof. Bis Ende 2016 stehen noch sechs Neuernennungen an. Wenn die Mitgliedstaaten ihre Praxis fortsetzen, wird der Frauenanteil im Rechnungshof bald gegen null gehen. Das Europäische Parlament hat nur beratende Funktion. Das heißt, dass jede Ernennung auch ohne die Zustimmung des Parlaments erfolgen kann. „Das große Ungleichgewicht im Europäischen Rechnungshof widerspricht allen Prinzipien der Gleichstellung von Frauen und Männern in der EU. Wir Grüne sind über diesen Stillstand sehr besorgt und werden unsere Forderungen erneut bekräftigen“, so Vana.