Vana zu Jugendarbeitslosigkeit: Qualifikation wichtig, aber es braucht breiteres Maßnahmenpaket auf EU-Ebene

Gezielte Investitionen zur Schaffung von existenzsichernden Arbeitsplätzen notwendig

Brüssel – Heute wurden im Europaparlament bildungspolitische Maßnahmen zum Abbau von Jugendarbeitslosigkeit beschlossen. „Wir haben unsere Zustimmung gegeben, da die Maßnahmen eine Reihe an wichtigen Forderungen zur Qualifizierung junger ArbeitnehmerInnen an Rat und Kommission richten. Was uns jedoch fehlt ist ein breiterer arbeitsmarktpolitischer Ansatz, um mehr Arbeitsplätze in Europa zu schaffen. Qualifikation ist nicht alles. Insgesamt ist uns das heute beschlossene Maßnahmenpaket für die Mitgliedstaaten zu unverbindlich und droht, in der Schublade zu verschwinden. Wir fordern die Aufnahme der Empfehlungen in das europäische Semester, die Entwicklung verbindlicher Sozial- und Beschäftigungskriterien als Gegengewicht zu den rein makroökonomischen Konvergenzkriterien sowie die Herausnahme sozialer Investitionen aus den Defizitkriterien der EU“, so die Grüne Europaabgeordnete Monika Vana.

Die Arbeitslosigkeit beträgt im EU-Raum rund 10%. Bei jungen Menschen liegt sie mit rund 21% mehr als doppelt so hoch. 7,5 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren sind in der EU weder in Arbeit noch in Ausbildung (NEETS – Not in Employment, Education and Training). Die Arbeitslosigkeit lag in Österreich im Vormonat laut Eurostat-Berechnung bei 5,6%, jene von jungen Menschen unter 25 Jahren ist mit 10,4% doppelt so hoch.

„Die aktuellen Arbeitsmarkt-Daten zeigen deutlich: Es braucht ein arbeitsmarktpolitisches Maßnahmenpaket gegen die strukturelle Arbeitslosigkeit und arbeitsplatzschaffende Investitionen – nicht nur den Fokus auf Qualifikation und “Verwertbarkeit” einer Ausbildung für die Wirtschaft. Wir fordern gezielte Investitionen zur Schaffung von existenzsichernden Arbeitsplätzen in Zukunftsbereichen (z.B. Green Jobs). Die Europäischen Fonds – EFSI, ESF, EFRE – müssen darauf ausgerichtet werden. Nur so entstehen ausreichend neue, hochwertige Jobs, um Jugendarbeitslosigkeit deutlich zu senken. Darüber hinaus braucht es die Entwicklung einer Sozialunion mit europaweit verbindlichen sozialen Mindeststandards für arbeitssuchende Menschen“, betont Vana.