Vana: „Periodenarmut rasch bekämpfen!“

Grüne/EFA drängen mit Kampagne auf Absetzen der Tamponsteuer und kostenlose Periodenprodukte im öffentlichen Raum

Brüssel (OTS) – Im Rahmen der Kampagne der Grünen/FEA im Europaparlament zur Bekämpfung von Periodenarmut lädt Europaabgeordnete Monika Vana, Delegationsleiterin der Österreichischen Grünen im Europaparlament und eine der Initiatorinnen der Kampagne, am heutigen 10. April zur Veranstaltung „Empowering Dignity“ ins Europaparlament in Brüssel.

„Die verkannte Relevanz der Bekämpfung von Periodenarmut für die Gleichstellung von Frauen und Mädchen ist fatal. Dabei sprechen Zahlen mit erschreckender Deutlichkeit für sich: Eine von zehn Frauen in der EU ist aus einer finanziellen Notlage heraus gezwungen, Abstriche bei der notwendigsten Versorgung mit Periodenartikeln machen. Periodenarmut ist nicht nur Manifestation der bestehen Ungleichheiten – von Gender Pay und Pension Gap bis zum Zugang zu Dienstleistungen – sondern führt viele Frauen in eine verheerende Abwärtsspirale: Was mit verstärkten Schmerzen oder Infektionen aufgrund eines Mangels an qualitätsvollen Hygieneartikeln beginnt, hindert Frauen an der uneingeschränkten Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und führt zu Stigmatisierung, emotionaler Belastung und erhöhtem Risiko sozialer Ausgrenzung“, führt Vana aus.

„Daran setzt die heutige Veranstaltung an und bringt verschiedene politische Ebenen – von kommunalen Vertreter:innen bis zu Minister:innen und Europaabgeordnete – an einen Tisch mit Stimmen zivilgesellschaftlicher Organisationen. Im Fokus stehen Awareness Raising und der Austausch von Best Practice zu Periodengerechtigkeit.“

„Insbesondere soll ein Raum geschaffen werden, im Beisein von Vertreter:innen aus dem Kabinett der Gleichstellungs-Kommissarin Dalli und der Belgischen Ratspräsidentschaft konkrete Handlungsoptionen der EU auszuloten“, so Vana und verweist auf den im Zuge der Kampagne von 45 Europaabgeordneten an die Kommission gerichteten Brief, der zum dringlichen Handlungsbedarf auf EU-Ebene aufruft. „Den Verpflichtungen, die sich die EU im Primär- und Sekundärrecht in Sachen Geschlechtergleichstellung gibt und den in der EP-Resolution zur Bekämpfung von Frauenarmut gesetzten Zielen gilt es gerecht zu werden. Wir fordern fraktionsübergreifend einen flächendeckenden und kostenlosen Zugang zu Hygieneartikeln in allen öffentlichen Einrichtungen und eine europaweite Streichung der bis zu 22% hohen „Tamponsteuer“. Periodenprodukte sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für alle Frauen, trotz körperlicher Nachteile aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.“

„Der Name der Veranstaltung, Empowering Dignity, macht sehr klar: Die Bekämpfung von Periodenarmut ist kein reines Frauenthema, sondern eine Frage der Menschenwürde und eine der sozialen Gerechtigkeit. Es kann nicht sein, dass frau sich aufgrund ihres Geschlechts die Frage um die Wahl zwischen Nahrungsmitteln, einer geheizten Wohnung oder ausreichend qualitätsvollen Menstruationsprodukten stellen muss. In einer der reichsten Regionen der Welt sollten alle Mitgliedstaaten in der Lage sein, jeder Frau einen angemessenen Lebensstandard zu garantieren“, macht Vana abschließend deutlich.